• Daten, Zahlen und Fakten

    von  • 15. März 2012 • Neuigkeiten

    Gerd GlaeskePDF

    Einnahmen aus alkoholbezogenen Steuern (in Mio. €)

    1995 2000 2005 2008* 2009*
    Biersteuer 910 844 777 739 (-2,3%) 730 (-1,2%)
    Schaumweinsteuer 554 478 424 430 (+15,7%) 446 (+3,7 %)
    Branntwein- und Zwischen-erzeugnissteuer** 2.495 2.185 2.179 2.156 (+8,5%) 2.129(-1,3%)
    Gesamt** 3.959 3.507 3.380 3.325 (+6,7%) 3.305 (-0,6%)

    *   Veränderungen in % gegenüber Vorjahr
    ** Seit 1994 werden Zwischenerzeugnisse (hierunter fallen z.B. auch Sherry, Portwein, Madeira) separat besteuert. In den Jahren vor 1994 wurde die Verbrauchssteuer für die entsprechenden Alkoholika als Branntweinsteuer erfasst. Die Einnahmen ab 2005 beinhalten die Alkopopsteuer.
    Quelle: Bundesministerium der Finanzen, 2010

    Werbeaufwendungen für alkoholische Getränke in Deutschland*
    (in Mio. €)

    1995 2000 2005 2008 2009
    Spirituosen 140 125 87 102 75
    Bier 361 388 409 399 334
    Wein 27 31 21 13 13
    Sekt 46 54 47 38 49
    Gesamt 575 597 564 552 471

    * in den klassischen Werbegattungen (TV, Rundfunk, Plakate, Tageszeitungen, Publikums- und Fachzeitschriften)
    Quelle: Nielsen Media Research GmbH, 2010

    Registrierter und nicht registrierter Alkoholkonsum pro Kopf der Bevölkerung im Alter von 15 oder mehr Jahren in den EU-Staaten und ausgewählten Ländern (in Liter Reinalkohol)

    Registrierter Alkoholkonsum (2005) Nicht registrierter Alkoholkonsum (2005)*
    Tschechien 15 1,5
    Estland 13,8 1,8
    Irland 13,4 1,0
    Frankreich 13,3 0,4
    Österreich 12,6 0,6
    Portugal 12,5 2,1
    Slowenien 12,2 3,0
    Litauen 12,0 3,0
    Luxemburg 12,0 1,0
    Deutschland 11,8 1,0
    Vereinigtes Königreich 11,7 1,7
    Dänemark 11,4 2,0

    *Nicht registrierter Alkoholkonsum: z.B. durch Grenzverkehr, Schwarzbrand
    Quelle: World Health Organization, 2010

    Alter bei Alkoholerstkonsum: 13,2 Jahre
    Quelle: Settertobulte, Richter, 2009

    Riskanter Alkoholkonsum*

    12-Monats-Prävalenz Gesamt % Männer % Frauen % N
    >12/24g Reinalkohol pro Tag 18,3 20,9 15,6 9.500.000
    >20/30g Reinalkohol pro Tag 11,4 15,0 7,5 5.900.000

    *Datenquelle: Epidemiologischer Suchtsurvey 2006 / Basis Alter: 18-64-Jährige / Basis Bevölkerung: 52.010.517 Personen (Stand: 31.12.2005, Statistisches Bundesamt)
    Quelle: Pabst, 2008

    Morbidität
    Eine psychische oder verhaltensbezogene Störung durch Alkohol ist mit 333.800 Behandlungsfällen die dritthäufigste Einzeldiagnose aller Hauptdiagnosen der Krankenhausstatistik des Jahres 2008.
    Quelle: Statistisches Bundesamt, 2009

    Schätzungen zur Morbidität auf Basis der Krankenhausdiagnosestatistik des Jahres 1997 ergaben, dass 2,0 % (Frauen: 0,9 %, Männer 3,4 %) der stationären Behandlungsfälle dem Konsum von Alkohol allein und 3,5 % (Frauen: 1,4 %, Männer 5,7 %) dem Konsum von Tabak und Alkohol zuzurechnen sind.
    Quelle: Hanke, 2003

    Die registrierten Behandlungsfälle von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (vollstationäre Krankenhauspatienten und -patientinnen 10 bis 20 Jahre wegen einer psychischen Störung durch Alkohol oder wegen der toxischen Wirkung von Alkohol) stiegen in den letzten Jahren deutlich:
    2000:    9.514
    2001:  11.466
    2002:  12.794
    2003:  14.105
    2004:  16.423
    2005:  19.449
    2006:  19.423
    2007:  23.165
    2008:  25.709 (Veränderung zu 2007: 11,0%)
    2009:  26.428 (Veränderung zu 2008:   2,79%)

    Von 2000 bis 2009 ergibt sich prozentual eine Steigerung der Alkoholintoxikation in allen Altersgruppen von 111,91%, während die Steigerung von 2008 zu 2009 mit 4,79% angegeben wird. Die Steigerungszahlen (2000 zu 2009) werden insbesondere für die 10- bis 20-Jährigen (177,78%) und 20- bis 25-Jährigen (194,40%) dargestellt. Aber auch die 45- bis 50-Jährigen (133,39%), die 50- bis 55-Jährigen (184,47%) sowie die über 65-Jährigen mit über 180,72% weisen vergleichbare oder noch höhere Steigerungen in neun Jahren auf.
    Quelle: Statistisches Bundesamt, 2009, 2010

    Jugendliche Konsumenten

    Wird Alkoholkonsum früh im Leben begonnen und in gesundheitsriskanter Weise fortgeführt, steigt die Wahrscheinlichkeit für alkoholbezogene Krankheiten und weitere alkoholbezogene Probleme (Dawson, Li, Grant, 2008; Grant, Stinson, Harford, 2001). Daher sind die Ergebnisse der Drogenaffinitätsstudie besorgniserregend, die einen nach wie vor zu hohen Alkoholkonsum unter Jugendlichen aufzeigen. So lag der durchschnittliche wöchentliche Konsum unter 12- bis 17-jährigen Teilnehmern der im Frühjahr 2008 durchgeführten telefonischen Befragung bei 42 g Reinalkohol (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 2009). Dabei konsumierten die 16- bis 17-jährigen mit 89 g Reinalkohol pro Woche bereits etwa so viel wie die Gruppe der jungen Erwachsenen. Ebenfalls dramatisch stellt sich der Anteil der Rauschtrinker dar: Im Jahr 2008 hatte jeder fünfte der 12- bis 17-jährigen an einem Tag des vergangenen Monats fünf oder mehr alkoholische Getränke konsumiert. Unter den 12.448 Schülern der Klassenstufen 9 und 10, die im Rahmen der Europäischen Schülerstudie zum Gebrauch von Alkohol und Drogen (ESPAD) 2007 schriftlich befragt wurden, hatten 59 % diese Kriterien des Rauschtrinkens erfüllt (Kraus, Pabst, Steiner, 2008). Europaweit zeigt sich in Hinblick auf die durchschnittlich konsumierte Alkoholmenge und die Häufigkeit des Rauschtrinkens eine Zunahme gesundheitsriskanter Konsummuster (Anderson, 2007).

    Zitiert nach: DHS (Neuland Verlagsgesellschaft mbH, Geesthacht). Jahrbuch Sucht 2011

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